Letzter Nordsee-FKK-Campingplatz schließt

Letzter Nordsee-FKK-Campingplatz wird geschlossen

Eine Ära geht zu Ende: Camping-Fans, die den Urlaub am liebsten hüllenlos verbringen, müssen sich von einem Traditionsstandort verabschieden. Der FKK-Campingplatz in Hooksiel, der über Jahrzehnte als zentrale Anlaufstelle für die Freikörperkultur an der Nordseeküste galt, wird in seiner bisherigen Form zum Jahresende aufgelöst.

Wirtschaftliche Gründe zwingen zur Umstrukturierung

Hinter der Entscheidung des neuen Betreibers, der Überland Services GmbH, stehen klare ökonomische Zahlen. Das Unternehmen, welches die Anlage im vergangenen Jahr übernommen hat, sieht im reinen FKK-Betrieb keine Zukunft mehr. Die Auslastung spricht eine deutliche Sprache: Von den insgesamt 412 verfügbaren Stellplätzen sind lediglich 125 durch Saisoncamper belegt. Auch im kurzzeitigen Tourismusbereich blieben die Zahlen hinter den Erwartungen zurück.

Die Übernahme durch den privaten Investor wurde nötig, nachdem der vorherige Betreiber, die kommunale Wangerland Touristik GmbH (WTG), in finanzielle Schieflage geraten war. Auslöser der Insolvenz war das Bauprojekt „Thalasso Meeres Spa“, dessen Kosten von ursprünglich geplanten 8,7 Millionen Euro auf massive 23 Millionen Euro explodierten.

Widerstand aus der Community: Petition gegen das FKK-Verbot

Für viele Stammgäste bedeutet die Schließung einen herben Verlust an Lebensqualität. Klaus Fischer vom Naturistenbund Wilhelmshaven Friesland betont das Alleinstellungsmerkmal des Platzes für die Region Hooksiel. Trotz steigender Mitgliederzahlen im Verein und dem Kompromissvorschlag, die FKK-Fläche um 75 Prozent zu verkleinern, hielt der Betreiber an der vollständigen Umstellung fest

„Den Wind auf der Haut zu spüren, ohne einengende Kleidung – das ist pure Lebensqualität“, so beschreiben langjährige Dauercamper das Gefühl, das in Hooksiel bald der Vergangenheit angehört.“

Um die Freikörperkultur doch noch zu retten, wurde eine Online-Petition initiiert, die bereits die Marke von 1.300 Unterschriften überschritten hat. Dennoch scheint die Entscheidung final: Der Betreiber betont zwar, niemanden verjagen zu wollen und bietet allen betroffenen Campern Ausweichmöglichkeiten auf dem Platz an – allerdings nur noch mit Bekleidung.

Bild: KI generiert

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