Wohnmobilbauer HRZ Reisemobile rutscht in die Insolvenz – Hoffnung auf Neustart bleibt

Der traditionsreiche Wohnmobil-Hersteller HRZ Reisemobile aus Bretzfeld im Hohenlohekreis hat Insolvenz angemeldet. Trotz einer grundsätzlich guten Nachfrage geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Hauptursache sind massive Probleme in der Produktion, die zu extrem langen Lieferzeiten führten.

Insolvenz HRZ
Bild KI generiert

Nach Angaben aus dem Umfeld des vorläufigen Insolvenzverwalters mussten Kunden teilweise mehrere Jahre auf ihr bestelltes Reisemobil warten. In einigen Fällen zog sich die Fertigstellung bis zu vier Jahre hin. Die Folge: Immer mehr Auftraggeber verloren das Vertrauen, stornierten ihre Bestellungen und verlangten bereits geleistete Anzahlungen zurück. Diese Rückforderungen brachten das Unternehmen schließlich in akute Liquiditätsnot.

Mit der Einleitung des Insolvenzverfahrens wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Laufende Zwangsvollstreckungen sind damit zunächst gestoppt. Aktuell werde jeder Auftrag einzeln geprüft, um festzustellen, welche Projekte noch realisiert werden können und wo eine Rückabwicklung notwendig ist.

Trotz der angespannten Lage sehen Insolvenzverwalter und Belegschaft Chancen für eine Zukunft des Unternehmens. Die Auftragsbücher gelten weiterhin als gut gefüllt, was grundsätzlich für die Marktstellung von HRZ spricht. Die rund 30 Beschäftigten erhalten ihre Löhne derzeit über das Insolvenzgeld, sodass der Betrieb vorerst stabil weiterlaufen kann. Parallel dazu wird aktiv nach einem Investor gesucht, der einen Fortbestand des Wohnmobil-Spezialisten ermöglichen könnte.

Der Insolvenzverwalter zeigt sich vorsichtig optimistisch: Ohne die bestehenden finanziellen Altlasten könne HRZ gute Chancen auf einen Neuanfang haben. Auch die Mitarbeiter hoffen auf eine schnelle und tragfähige Lösung, um den Fortbestand des Unternehmens und ihre Arbeitsplätze zu sichern.

Über HRZ

HRZ Reisemobile ist vor allem für hochwertige Sonderanfertigungen auf Basis des Mercedes Sprinter bekannt. Einen besonderen Schwerpunkt legte das Unternehmen auf individuell angepasste Fahrzeuge, unter anderem für Menschen mit Behinderungen. Gegründet wurde HRZ bereits 1972 von den Brüdern Hans-Ulrich und Reiner Zenth. Nach Stationen in Pfedelbach und Öhringen zog der Betrieb 2018 nach Bretzfeld um. Im März 2025 verstarb ein Hauptanteilseigner, woraufhin ein weiterer Gesellschafter die alleinige Geschäftsführung übernahm.