Hand aufs Herz: Nutzt du dein Wohnmobil wirklich 365 Tage im Jahr? Wenn dein geliebtes Heim auf Rädern über den Winter eher Winterschlaf hält, statt durch den Schnee zu pflügen, ist ein Saisonkennzeichen für Wohnmobile oft die cleverste Lösung, um die Haushaltskasse zu entlasten. In diesem Artikel zeigen wir dir alles, was du über Wohnmobil Kennzeichen saisonal wissen musst, inklusive Tipps, Kosten und Stolperfallen.

Was ist eigentlich ein Saisonkennzeichen für Wohnmobile?
Ein Saisonkennzeichen ist ein spezielles KFZ-Kennzeichen, das nur für einen festgelegten Zeitraum gültig ist. Während der „Saison“ darfst du damit fahren, außerhalb dieser Zeit ist dein Wohnmobil offiziell abgemeldet – ohne zusätzliche An- und Abmeldeformalitäten.
Was bei Motorradfahrern und Cabrio-Fans längst Standard ist, wird auch unter Campern immer beliebter. Rund 25 % aller Wohnmobile in Deutschland fahren mittlerweile mit einem Saisonkennzeichen.
Vorteile auf einen Blick:
- Reduzierte Kfz-Steuer
- Geringere Versicherungskosten
- Kein Zwang, Winterreifen zu kaufen, wenn die Saison endet
Gültigkeitszeitraum: Wann darf ich fahren?
Du kannst den Zeitraum flexibel wählen, solange er zwischen zwei und elf Monaten liegt. Auf dem Nummernschild erkennst du das an zwei Zahlen am rechten Rand, die durch einen waagrechten Strich getrennt sind.
- Beispiel 04/10: Zulassung vom 1. April bis zum 31. Oktober.
- Wichtig: Die Zulassung beginnt immer am ersten Tag des Startmonats und endet am letzten Tag des Endmonats.
Kosten & Beantragung: Der Weg zum saisonalen Schild
Um ein Saisonkennzeichen für Wohnmobile zu beantragen, musst du einmalig zur Kfz-Zulassungsstelle. Plane etwa 30 € Gebühr sowie ca. 25 € für die neuen Schilder ein.
Diese Unterlagen musst du dabeihaben:
- Personalausweis oder Reisepass
- Zulassungsbescheinigung Teil I & II (Fahrzeugschein & Brief)
- Die bisherigen Kennzeichen (falls das Womo bereits angemeldet ist)
- eVB-Nummer: Deine Versicherung muss den Saisonzeitraum explizit bestätigen.
- SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer.
- Nachweis der gültigen Hauptuntersuchung (HU/TÜV).
Lohnt sich ein Saisonkennzeichen für Wohnmobile finanziell?
Das Prinzip ist einfach: Steuer und Versicherung werden anteilig nach Monaten berechnet.
Beispielrechnung:
Jahreskosten / 12 * Anzahl der Zulassungsmonate = deine Kosten mit Saisonkennzeichen
🚨 Achtung: Die 6-Monats-Regel bei der Versicherung
Damit du in deiner Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) aufsteigst und die Versicherung im Folgejahr günstiger wird, verlangen die meisten Versicherer eine Mindestzulassungsdauer von sechs Monaten. Wer sein Wohnmobil nur 4 oder 5 Monate anmeldet, spart zwar kurzfristig, „verliert“ aber den jährlichen Rabatt-Fortschritt.
Versicherungsschutz während der Standzeit: Die Ruheversicherung
Gute Nachrichten: Bei den meisten Versicherern geht der Vertrag während der Abmeldung in eine beitragsfreie Ruheversicherung über. Dein Camper ist dann weiterhin gegen Diebstahl, Brand, Vandalismus oder Sturmschäden geschützt.
Wo darf das Wohnmobil in der Ruhepause stehen?
Hier liegt oft der Knackpunkt. Wenn dein Saisonkennzeichen für Wohnmobile in der Ruhepause ist (außerhalb des Zeitraums), gilt:
- Absolutes Fahrverbot: Selbst die Fahrt zur Werkstatt oder zum TÜV ist tabu.
- Parkverbot im öffentlichen Raum: Du darfst dein Womo nicht an der Straße oder auf öffentlichen Parkplätzen abstellen.
Du benötigst zwingend einen privaten, umfriedeten Stellplatz (Garage, Carport oder ein eingezäuntes Grundstück). Falls du hierfür extra Miete zahlen musst, solltest du genau nachrechnen, ob die Ersparnis bei Steuer und Versicherung nicht wieder verpufft.
Saisonkennzeichen vs. Wechselkennzeichen
Wechselkennzeichen erlauben zwei Fahrzeuge mit einem Kennzeichen zu nutzen, ohne festen Zeitraum.
- Nachteil in Deutschland: Vollständige Steuer für beide Fahrzeuge, nur bei Versicherungen Einsparungen möglich.
- Vorteil: Flexibler als Saisonkennzeichen, da kein fixer Zeitraum vorgegeben ist.
Für Wohnmobile bleibt meist das Saisonkennzeichen die praktischere und günstigere Lösung.
Saisonkennzeichen oder Fahrzeug ab- und anmelden?
- Flexibel: Mit normaler An- und Abmeldung bist du spontan unterwegs, aber jeder Vorgang kostet Zeit und ca. 20 € Gebühren.
- Fix: Saisonkennzeichen fixieren den Zeitraum, dafür sparst du langfristig Zeit, Gebühren und Aufwand.
Saisonkennzeichen und TÜV-Termin
Fällt der Termin für deine Hauptuntersuchung (HU) genau in die Betriebspause deines Wohnmobils? Kein Grund zur Panik, aber es gibt klare Regeln:
- Absolutes Fahrverbot: Außerhalb des Zulassungszeitraums darf dein Fahrzeug unter keinen Umständen im öffentlichen Raum bewegt werden – auch nicht für die Fahrt zur Prüfstelle.
- Die Nachfrist: Du bist gesetzlich dazu verpflichtet, die HU direkt im ersten Monat des neuen Zulassungszeitraums nachzuholen.
- Wichtig für den Versicherungsschutz: Halte diese Frist unbedingt ein. Solltest du mit abgelaufenem TÜV in einen Unfall verwickelt werden, riskierst du deinen Versicherungsschutz. Im Ernstfall bedeutet das, dass du für entstandene Schäden mit deinem Privatvermögen haftest.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
✅ Vorteile:
- Geringere Kfz-Steuer & Versicherung
- keine Winterreifen nötig und somit auch keinen Reifenwechsel (Je nach Stilllegungszeitraum)
- Weniger Verwaltungsaufwand durch feste Saison
❌ Nachteile:
- Absolutes Fahrverbot außerhalb der Saison
- Parken nur auf Privatgrund erlaubt
- Spontane Campingtrips fallen weg
⚠️Das A und O: Der Versicherungs-Check
Bevor du dich für den Zeitraum entscheidest, ist ein Blick in deine Unterlagen oder ein kurzer Anruf bei deinem Anbieter unverzichtbar. Die Bedingungen sind von Versicherung zu Versicherung extrem unterschiedlich:
- SF-Klasse: Nicht jede Versicherung stuft dich automatisch höher, wenn die Saison zu kurz ist (meist unter 6 Monaten).
- Ruheversicherung: Kläre vorab, ob dein Wohnmobil in der Pause wirklich beitragsfrei gegen Diebstahl, Unwetterschäden und Vandalismus versichert ist.
Mache dich unbedingt vorher bei deinem Versicherungsberater schlau. Nur wenn der Versicherungsschutz in der Ruhephase lückenlos und beitragsfrei bestehen bleibt, ist das Saisonkennzeichen ein echter Gewinn.
Fazit: Lohnt sich das Saisonkennzeichen für dich?
Ein Saisonkennzeichen für Wohnmobile ist die ideale Wahl für alle „Schönwetter-Camper“, die ihr Reiseverhalten genau planen können und über einen privaten Stellplatz verfügen. Du sparst Geld, Zeit und Nerven. Wer hingegen spontan beim ersten Sonnenstrahl im Februar los möchte, sollte lieber bei der Ganzjahreszulassung bleiben.
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